Dienstag, 20. Juli 2010

Alice Sebold: In meinem Himmel



380 S., Goldmann, 8,95 €, ISBN 3-442-45836-6

Die Verfilmung dieses Buches ist erst vor ein paar Wochen in die deutschen Kinos gekommen. Ich wollte mir den Film nicht angucken, bevor ich das Buch gelesen habe und die Kritiken waren ja auch eher verhalten.

Inzwischen ist mir das Buch zugeschickt worden und ich habe mich ihm in meinem Urlaub gewidmet. Der Stil der Autorin war hierfür genau das Richtige. So dramatisch die Geschichte auf den ersten Blick scheinen mag, so ruhig wird diese erzählt.

Susie Salmon wird im Alter von 14 Jahren durch einen Nachbarn vergewaltigt und ermordet. Der Roman folgt jedoch nicht der Suche nach dem Mörder, dies ist zweitrangig. Vielmehr geht es um die Bewältigung dieses Ereignisses durch Freunde und Verwandte. Und bewacht wird dieser Prozess durch Susie selbst, die in ihrem Himmel all ihre Lieben begleitet und teils mit Sorgen, teils mit Freude deren Entwicklung verfolgt.

Sie beobachtet auch, wie sich ihr Mörder verhält, wie Verdachtsmomente durch ihren Vater wahrgenommen, von der Polizei aber nicht verfolgt werden. Sie sieht ihren Bruder Buckley, der noch viel zu klein ist, um zu verstehen, was passiert ist und ihr Schwester Lindsey, für die der Verlust besonders schwer ist, die aber dennoch sehr souverän damit umgeht.

Susie weilt viele Jahre noch unter ihren Lieben. Einige sehen sie oder nehmen ihre Anwesenheit irgendwie wahr. Und sie bleibt solange, bis ihre Familie und ihre Freunde ihren Seelenfrieden finden und mit ihrem Tod abschließen können.

Ein wirklich lesenswertes Buch über die Bewältigung eines schweren Schicksalsschlages. Jetzt kann ich mir den Film irgendwann angucken und weiß schon, daß er an das Buch mit Sicherheit nicht ranreichen wird.

Kommentare:

  1. "lovely bones". Ich habe das Buch vor Jahren auf englisch gelesen und war, trotz oder wegen des Themas, begeistert von der Geschichte. Ich stimme Dir zu, der Umgang mit Trauer und der Trauerbewaeltigung ist sehr gut beschrieben. Ich denke, jeder Mensch der einen Verlust erlitten hat, kann sich in dieser Geschichte wiederfinden. Den Film will ich mir aber nicht ansehen.

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  2. Der Film ist ziemlich seltsam und mit farbenfroher Symbolik überschwemmt - nicht so gut. Das Buch will ich aber dennoch lesen.

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