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Freitag, 30. August 2013

Dan Brown: Illuminiati

715 S., Bastei Lübbe, 8,90 €, ISBN 9-783-404-14866-5

Es ist immer schwierig, ein Buch erst nach der Verfilmung zu lesen. Man kennt den Plot schon und die Protagonisten haben ein Gesicht. Die Meinung zur Story steht schon fest und man erlebt keine große Überraschungen.

Bei den allermeisten Büchern versuche ich das zu vermeiden, um mich dem Sog einer Geschichte hingeben zu können und mir die Gestalten selbst auszumalen.

Bei "Illuminati" hingegen fand ich es sogar gut, dass die Reihenfolge von Film und Buch anders war. Ich wußte, worauf ich mich einließ und dennoch war es spannend. Sicher ist nicht alles 100%ig wie im Film, ein solcher verdichtet ja bekanntlicher maßen. Mich hielt das Buch trotzdem gefesselt und es war mal das Richtige für zwischendurch, wenn der Kopf nicht ganz so frei ist für Klassiker oder "Problem"-Literatur.

Ich denke, zum Inhalt muss ich nichts mehr sagen. Wer dennoch nicht weiß, worum es geht, kann unten beim großen Buchversand oder hier sich zum Inhalt informieren.

Dan Brown jedenfalls beeindruckt durch einen professionellen, fesselnden Erzählstil, aber vor allem mit der Fülle an wissenschaftlichen, religiösen und historischen Fakten, die excellent zu einer tollen Story verwoben werden. Bei Brown fragt der Leser sich bei und nach der Lektüre zwangsläufig: was ist dran an einer solchen Theorie? Gibt es die Antimaterie und vielleicht sind die Illuminati doch wieder aktiv?

Für alle, die Thriller lieben, sei das Buch empfohlen - egal, ob man den Film kennt oder nicht.


Dienstag, 11. Juni 2013

William Faulkner

245 S., Volk und Welt, 8,80 M, ISBN 3-353-00572-2

"Die Unbesiegten" habe ich aus meinem reichlichen Bücherschatz rausgewühlt, um mal wieder einen Klassiker zu lesen. Bisher habe ich Faulkner gemieden, soll er doch schwer zu lesen sein. Aber sogar im Klappentext dieses Werkes steht, es sei zum Einstieg in die Faulkner-Lektüre geeignet und mir fiel das Lesen jedenfalls gar nicht schwer.

Faulkner begibt sich in diesem Roman in die Wirren des amerikanischen Bürgerkrieges. Wir folgen zwei zwölfjährigen Jungs, der eine Weißer - Bayard -, dessen Mutter längst gestorben ist und dessen Vater im Krieg weilt und dem Schwarzen Ringo. Beide sind beste Freunde und trotz Südstaatenmentalität gehen sie durch dick und dünn. 

Bayard wächst nun bei seiner Großmutter auf. Auf dem Hof leben noch einige Bedienstete. Vom Kriegsgeschehen bleiben sie vorerst unbehelligt, doch eines Tages kommt der Vater heim und versteckt einen Koffer voller Gold. Er ist ein gejagter Mann für die Nordstaatler und muss schnell wieder verschwinden.

Es bleibt nicht aus, dass der Krieg auch Einzug hält bei Ringo, Bayard und der Großmutter und bald machen sie sich auf den Weg, um den Vater zu suchen und das Geld in Sicherheit zu schaffen. Dies führt zu allerlei Abenteuern und dem Auseinanderbrechen der Familie und ihrer Angestellten. 

Es liest sich sehr amüsant, wie sich die Großmutter mit Hilfe von Ringo durch die Jahre schlägt und dabei sogar einen kleinen Reichtum anhäuft.

Aber die Geschichte führt uns noch weiter. Obwohl bekanntermaßen die Südstaaten diesen Krieg verlieren, sind am Ende die Beteiligten dieser Familie unbesiegt. Jeder kämpft auf seine Weise - auch um Ehre und die Wahrung seines Gesichts. 

Faulkner zeichnet kein Schwarz-weiß-Bild der damaligen Gesellschaft, sondern betrachtet vielmehr die Figuren als Schöpfung der eigenen Vergangenheit. Das macht sie zu liebenswerten Menschen, auch wenn wir heutzutage mit dem Thema Sklaverei und Unterdrückung nichts am Hut haben. Mir hat das Buch gefallen, ist es doch ein menschlicher Einblick in die wirren Zeiten dieses Krieges.



Donnerstag, 29. November 2012

Paul Auster: Mann im Dunkel

219 S., Büchergilde Gutenberg, 15,90 €, ISBN 978-3-7632-5974-8

Paul Austers "Mann im Dunkel" ist ein kleines Kabinettsstück, welches den Leser in die Vergangenheit, in die Gegenwart und in die Gedanken des ehemaligen Literaturkritikers August Brill, der krank im Rollstuhl sitzt und nachts nicht schlafen kann, bringt.

Um den Gedanken an die schrecklichen Geschehnisse rund um seine Familie zu entfliehen, denkt er sich eine Geschichte aus. Ein Mann wacht in einer Grube auf und weiß nicht, wie er hineingekommen ist. Er befreit sich, macht sich auf die Suche und erfährt, dass er sich zwar im Jahre 2007, aber in einem Bürgerkrieg befindet, die die Vereinigten Staaten untereinander führen.

Um in sein altes Leben zurückzukehren, wird er beauftragt, einen Mann zu töten. Den Mann, dem der Bürgerkrieg zu verdanken ist - August Brill. Denn nur in dessen Gedanken existiert dieser Krieg, indem soviele Menschen sterben müssen.

Soweit zum ersten Teil des Buches.

Die Nacht schreitet voran und Brills Enkelin, die ein traumatisches Ereignis hinter sich hat und seitdem im Haus ihrer Mutter wohnt, in dem auch August Brill Zuflucht gesucht hat, klopft an dessen Tür. Sie reden über vieles, über Brills Vergangenheit, seine große Liebe Sonia, ihren Tod und über die Tragödie, die alle vereint und nicht schlafen läßt.

Anfangs fand ich die Geschichte sehr skurril. Zunehmend nahm sie mich aber in den Bann. Die Idee, eine Geschichte in der Geschichte zu erzählen, gefiel mir, auch den Bogen, den diese zurück zu Brill bringt, hat etwas. Warum er diesen spannt, bleibt der Interpretation des Lesers überlassen: Selbstmordgedanken, moralische Verantwortung oder einfach nur Stilmittel? Man kann vieles daraus lesen.

In der Mitte des Buches dann der Wechsel in die Gegenwart. Der Ausgangspunkt wird wieder hergestellt, wir erfahren, von welchen Gedanken sich die Familie ablenken will, warum Großvater und Enkelin nicht schlafen können. Eine Rückkehr in das Kopfkino erwarten wir vergeblich.

Hochpolitisch ist das Buch, mit zahlreichen Anspielungen auf den Terror der Neuzeit, der auch anders hätte stattfinden können. 9/11, Irak oder Bürgerkrieg. Amerika als Ganzes ist traumatisiert. In der geschaffenen Parrallel-Traumwelt tobt sich Auster aus, um dann im Hier und Jetzt eine eigene Tragik zu erleben.

Am Ende bleibt ein Satz: "Die wunderliche Welt dreht sich weiter" und dieser Satz läßt hoffen, dass die Familie ihren Frieden macht mit ihrer Vergangenheit und alle wieder schlafen können.

Samstag, 2. Juni 2012

James Jones: Die Pistole

156 S., Fischer, ISBN 3-596-28005-2

James Jones ist berühmt geworden durch seinen verfilmten Roman "Verdammt in alle Ewigkeit", in dem es bereits um die amerikanische Armee kurz vor dem Angriff auf Pearl Harbor durch die Japaner ging.

"Die Pistole" beginnt zum Zeitpunkt dieses Angriffs. Gefreiter Mast ist durch seinen Wachdienst für 24 Stunden im Besitz einer Pistole, die sonst nur höheren Dienstgraden vorbehalten ist. Durch den Angriff ist das Chaos auf der Basis jedoch so groß, dass nach Ende des Dienstes keiner die Pistole ordnungsgemäß zurück haben will.

Mast nutzt diese einmalige Chance, um die Pistole zu behalten. Sie wird seine Lebensversicherung, sein Talisman. Bald wähnt er sich ohne die Pistole verloren gegen die Samurai der drohenden Invasion der Japaner. Und da das nicht nur Mast so sieht, haben es alle auf seine Pistole abgesehen und versuchen mit allen Mitteln, sie ihm abzuluchsen. Wie er dennoch seine Pistole verteidigt bzw. immer wieder zurück bekommt, ist amüsant erzählt. Man leidet mit Mast mit um sein Symbol des Überlebens, der Freiheit.

Ein gelungenes Kabinettstück um einen kleinen Hoffnungsschimmer in Kriegszeiten.