Samstag, 25. Juni 2011

Katharina Hacker: Die Habenichtse


309 S., Suhrkamp, 9,90 €, ISBN 978-3-518-45910-2

Ratlos lässt mich das Buch zurück. Laut "Brigitte" deckt das Buch auf, was unserer Gegenwart so oft fehlt: die Fähigkeit zum Mitleid. Aber will mir dieses Buch das wirklich sagen, lese auch ich das, was Literaturkritiker darin sehen?

Die Begründung der Jury des Deutschen Buchpreises zur Vergabe desselben an diesen Roman 2006 lautete: 

"Katharina Hackers Roman Die Habenichtse erzählt die Geschichte von Haben und Sein neu. Ihre Protagonisten sind in den Dreißigern, wissen alles und kennen doch eines nicht: sich selbst. Sie lassen sich treiben und sind gleichermaßen Getriebene. In einer flirrenden, atmosphärisch dichten Sprache führt Katharina Hacker ihre Helden durch Geschichtsräume und in Problemfelder der unmittelbarsten Gegenwart, ihre Fragen sind unsere Fragen: Wie willst du leben? Was sind deine Werte? Wie sollst und wie kannst du handeln? Die Qualität des Romans besteht darin, diese Fragen in Geschichten aufzulösen, die sich mit den plakativen Antworten von Politik und Medien nicht zufriedengeben".

Ich kann damit wirklich wenig anfangen. Ich wurde gewarnt von mehreren Seiten, dass Buch sei seltsam und ich sollte es mir sparen. Da ich in der Regel auf solche Hinweise nur selten reagiere, es sei denn, sie stammen von Personen, deren Literaturgeschmack ich zu schätzen weiß, habe ich mich dennoch dran gewagt. Ich dachte, ein Buchpreis wird nicht so ohne weiteres vergeben.

Aber nun dennoch ein wenig zur Handlung: Jakob hat Isabelle vor Jahren das letzte Mal gesehen, aber nie aus dem Kopf bekommen. Als er sie wiedersieht verlieben sich beide, heiraten und alles scheint perfekt. Isabelle arbeitet als Grafikerin in einer Agentur als Miteigentümerin, Jakob macht Karriere in einer Anwaltskanzlei und bekommt die Chance, nach London zu gehen.

Damit beginnt aber das Drama. Denn in London verweben sich drei Schicksale miteinander. Das von Isabelle und Jakob, von Jim, dem Dealer und Sara, der vernachlässigten Nachbarstochter, die am Ende aufs brutalste von ihren Eltern geschlagen ins Krankenhaus eingeliefert wird. Jim trägt eine Mitschuld und Isabelle und Jakob ebenso. Nur auf sich selbst fixiert, wollen sie die Vorgänge nebenan nicht wahrnehmen oder sich dafür verantwortlich fühlen.

So weit, so gut. Das Nichtvorhandensein von Mitgefühl spiegelt sich schon wieder. Aber warum bleibt mir das alles fremd? Ebenso kalt lässt mich die Geschichte, wie den Protagonisten das Schicksal von Sara. Ist das die Art und Weise, wie man Menschlichkeit dem Leser nahegebracht werden sollte? Ich meine: nein - und somit Ziel verfehlt. Schade um diesen gut gemeinten Versuch.



Kommentare:


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  2. Ich konnte mit dem Buch auch recht wenig anfangen. Irgendwie hatte ich die ganze Zeit darauf gewartet, dass es endlich losgeht mit der eigentlichen Handlung, mit der Message dahinter, aber irgendwie wurde da nix draus. Ich hätte mir das lieber auch gespart.

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