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Mittwoch, 18. März 2015

Literaturtipp: Lesungen im Radio über phonostar

Bildquelle:pc-magazin.de
Nicht immer hat man Zeit, Bücher zu lesen. Ich jedenfalls würde gern mehr lesen, komme aber immer weniger dazu. Das Defizit versuche ich seit ein paar Jahren mit Hörbüchern und Hörspielen auszugleichen.

Zum Lesen muss man sich extra Zeit nehmen, Bücher hören kann man oft auch nebenbei. Deshalb schwöre ich auf phonostar. Wöchentlich lasse ich mir einen Newsletter zusenden, um keine interessante Literatursendung zu verpassen.

Letzte Woche zu Ende gegangen sind beispielsweise die beiden Hörbucher "Das gibts in keinem Russenfilm" von Thomas Brussig, gelesen von Stefan Kaminski sowie "Selstporträt mit Flusspferd" von Arno Geiger, gelesen von Adam Nümm. Beides habe ich gern gehört. Aber auch Klassiker wie beispielsweise "Der Streit um den Sergeanten Grischa" von Arnold Zweig waren schon dabei.

Phonostar ist eine Webseite, die es ermöglicht, alle digital gesendeten Radiosendungen online zu hören und über den Phonostar-Player (ein kleines kostenloses Programm) oder die Phonostar-Cloud aufzunehmen. Alle Minimalversionen sind kostenlos. Möchte man mehr Features oder Speicherplatz in der Cloud, wird ein kleiner Beitrag fällig.

Bisher haben mir immer die freien Versionen genügt. Ich bevorzuge inzwischen auch die Cloud, da ich bei Aufnahmen nicht immer den PC anhaben muss. Sie muss nur regelnmäßig geleert werden, also die Aufnahmen runtergeladen werden, damit wieder Speicherplatz vorhanden ist.

Seit Montag laufen nun folgende Lesungen:
  • "Im Café der verlorenen Jugend" von Patrick Modiano auf MDR Figaro
  • "Gegenspiel" von Stephan Thome, gelesen von Claudia Michelsen auf SWR2
  • "Der Träumer" von Andrea Hirata, gelesen von Sebastian Rudolph auf NDR
  • "Lebensstufen" von Julian Barnes auf hr2 kultur
Ab dem 7.4. folgt auf Kulturradio "Das Fest der Bedeutungslosigkeit" von Milan Kundera.

Auch Podcasts lassen sich mit dem Phonostar-Player downloaden und anhören. Kennt ihr schon den Radio-Tatort? Da verpasse ich keine Sendung.

Viel Spass wünsche ich beim Ausprobieren!

Freitag, 13. März 2015

Haruki Murakami: 1Q84

 

Es ist vollbracht - alle drei Teile sind gelesen bzw. gehört. Und obwohl ich vorher kein Murakami-Fan war, könnte ich es jetzt doch noch werden.

Die Geschichte ist nicht leicht zu erklären. Aber ich versuch's, ohne zuviel zu verraten.

Die Protagonisten:

Aomame = alleinstehende Fitnesstrainering mit krimineller Nebentägigkeit. Sie befördert Männer ins Jenseits, die ihre Frauen misshandelt haben. Letzter Auftrag war der Mord an einem Sektenführer.

Tengo = alleinstehender Mathematiklehrer und Schriftsteller in spe. Gerät als Ghostwriter von "Die Puppe aus Luft" ins Visier der Sekte.

Fukaeri = 17jähriges Mädchen, die den Roman "Die Puppe aus Luft" geschrieben hat, der den Literaturpreis erhält. Sie ist Tochter des Sektenführers.

Ushikawa = Privatdetektiv, der von der Sekte angeheuert wird.

Auch noch von Bedeutung sind die alte Dame, die Aomames Morde in Auftrag gibt und ihr treuer Diener, der Aomama bei einer späteren Flucht hilft.

Alle vereint das Treiben der Sekte und das Buch von Fukaeri. Aber es trennt sie auch, in diejenigen, die zwei Monde am Himmel sehen und diejenigen, denen das verborgen bleibt. Zwei Monde stehen für die Welt von 1Q84, in die Aomame gerät und aus der sie nicht mehr hinausfindet in die Welt von 1984.

Erzählt wird in parallelen Erzählsträngen. Lange weiß man nicht, wie die Leben von Tengo und Aomame zusammen hängen. Aber am Ende der ersten beiden Teile ist zumindest dies klar. Doch wie geht es weiter? Sehen die beiden sich wieder und welchen Einfluss hat dies auf ihr weiteres Leben?

Eine Rezension zu schreiben ist schwer, wenn man dem künftigen Leser nicht die Spannung nehmen will. Leise und sehr langsam baut Murakami eine subtile Spannung auf. Es schwebt etwas zwischen den Seiten, das man lange nicht fassen kann.

Ich bin sehr froh, die ersten beiden Teile als Hörbuch konsumiert zu haben. Das hat mir den Einstieg in Murakamis Welt erleichtert. Vielleicht hätte ich das Buch sonst früh weggelegt, da alles sehr langsam vonstatten geht. Aber David Nathan liest wieder einmal so hervorragend und lässt die Figuren sehr lebendig werden.

Ein toller Roman, auch wenn er am Ende nicht ganz das hält, was er über die ganze Zeit verspricht. Unbedingt lesen - oder noch besser: hören!

Donnerstag, 20. September 2012

David Benioff: Stadt der Diebe

Spieldauer: 7h 18m, gekürzt, gelesen von Heikko Deutschmann, Random House Audio







Hörprobe 

Hörbuch-Download David Benioff - Stadt der Diebe

Jetzt hab ich das Hörbuch bereits zweimal angehört und bin wieder verzückt. Zum einen von der großartigen Darbietung des Heikko Deutschmann, der die beiden Freunde Lew und Kolja lebendig werden läßt. Und zum anderen von dem Humor, den diese doch zuweilen düstere Geschichte trägt.

Es sind harte Zeiten - die letzten Kriegsjahre in Leningrad. Es gibt kaum etwas zum Essen, der Patriotismus der ersten Kriegsjahre ist verflogen. Die Menschen versuchen sich am Leben zu halten - mit allen Mitteln.

So auch Lew und Kolja, deren seltsame Freundschaft beginnt, als beide wegen Kriegsverbrechen beschuldigt werden - der eine wegen Plünderung eines Toten, der andere wegen Fahnenflucht. Es droht ihnen die Todesstrafe, aber eine Möglichkeit bleibt ihnen. Sie sollen für den Oberst in nur ein paar Tagen ein Dutzend Eier besorgen, die in diesen Kriegszeiten so gut wie nicht mehr zu bekommen sind. Die Tochter des Oberst heiratet und für die Hochzeitstorte werden dringend Eier benötigt.

So ziehen die beiden - etwas ziellos - los. Und daraus entwickelt sich ein Roadmoavie ganz anderer Art. Sie begegnen den merkwürdigsten Gestalten: Menschenfressern, Kriegsverbrechern und -opfern. Der Kampf ums Überleben prägt sie alle. Und keiner hat etwas abzugeben, schon gar keine Eier.

Mal drastisch, mal einfühlsam erzählt Benioff diese Geschichte. Wenn Kolja von seinen sexuellen Erfahrungen, seinen Verdauungsproblemen oder über ein Buch, das niemand kennt, erzählt, muss man oft schmunzeln. Er versucht das Leben zu nehmen, wie es kommt und selbst in harten Zeiten den Humor nicht zu verlieren.

Aber wenn es bitter wird, wenn die russischen Prostituierten deutscher Soldaten von Foltermethoden erzählen, wird auch Kolja still. Und treibt ihn an, zu kämpfen, auf seine Art. Lew wirkt hingegen ruhiger, wenn auch weniger erfahren. Er folgt Kolja, aber nicht blind. Und nur durch ihren Zusammenhalt, ihre Freundschaft gelingt den beiden das fast Unmögliche.

Heikko Deutschmann läßt die beiden Helden lebendig werden als würden sie neben einem stehen. Er schafft es, Koljas forsches Wesen zu lieben, Lews Zweifel zwischen dem Gesagten zu spüren und mit zu leiden in den düsteren Momenten, die die beiden erleben.

Großartig!

 

Dienstag, 10. April 2012

Paulo Coelho: Aleph (Hörbuch)

 Spieldauer: 8 h 33 min, Sprecher: Sven Görtz, Diogenes, 2011

Hörprobe

Download Paulo Coelho - Aleph


Dies war mein erster Coelho. Und dieser Autor spaltet die Leserschaft: entweder liebt oder haßt man ihn. Ich zähle nun mehr wohl eher zu den Letzteren.

"Aleph" ist das neueste Werk von Coelho und wohl sein autobiografischstes. Laut eigener Aussage haben die geschilderten Erlebnisse genau so stattgefunden.

Der Ich-Erzähler begibt sich in einer Sinnkrise auf Autorenreise nach Asien und reist mit der Transsibirischen Eisenbahn. Er will die Reise nutzen, um wieder zu sich selbst zu finden. Das er hierbei allerlei seltsamen, aber auch freundlichen Menschen begegnet, liefert einen gewissen Stoff als Grundlage für das Buch.

Doch Coelho ergeht sich vor allem in seiner Begegnung zu einer jungen Musikerin, die er bereits zu kennen glaubt, obwohl sie um so vieles jünger ist als er. Und siehe da - er ist ihr wirklich schon einmal begegnet: in einem früheren Leben, auf einer Metaebene. Und er hat etwas wieder gut zu machen, denn bei ihrem ersten Zusammentreffen hat er Unrecht an ihr getan.

Für mich wirkte der ganze Plot doch sehr weit hergeholt und mystisch. Coelho findet eine doch sehr abstruse Begründung für die Anziehung, die er zu der jungen Frau Hilal empfindet und die sehr grenzwertig an einer Affaire vorbeischrammt.

Ich wurde überhaupt nicht warm mit dieser Geschichte und der Sprecher Sven Görtz liest das ganze auch noch so monoton, dass beim Hören meine Gedanken oft abschweiften. Wer auf philosphisch-esoterische Ergüsse steht, dem sei das Buch empfohlen. Für alle anderen: Finger weg!



Montag, 20. Februar 2012

Andreas Steinhöfel: Rico, Oscar und der Diebstahlstein (Hörbuch)

 

Sprecher: Andreas Steinhöfel, Laufzeit: 6 Stunden 36 Minuten, Hörbuch Hamburg HHV GmbH, 13,95 €

Hörprobe


Manch ein Leser meines Blogs wird erstaunt sein, dass ich hier auch mal ein Kinderbuch rezensiere. Aber Andreas Steinhöfel hat es mir angetan. Ende letzten Jahres habe ich einer Livestream-Lesung bei lovelybooks gelauscht und war begeistert. Und da ich die anderen Bücher von ihm bereits streckenweise durch Sohn Nr. 2 kannte, habe ich dieses Hörbuch zu Weihnachten verschenkt und nun selbst gehört.

Rico und Oscar sind bereits seit einer Weile Freunde und inzwischen bewohnen sie sogar dasselbe Haus. Sie sind ein ungewöhnliches Duo: Oscar, der Hochbegabte und Rico, der sich selbst als tiefbegabt bezeichnet. Doch gerade Rico ist so herzerfrischend in seiner kindlichen und sehr speziellen Logik, dass er die Herzen der Leser im Nu für sich gewinnt. In seinen Weisheiten steckt mehr Wahrheit als in den meisten Äußerungen der agierenden Erwachsenen.

Im vorliegenden dritten Band der Rico-und-Oscar-Reihe finden die beiden einen Nachbarn tot in seiner Wohnung. Obwohl bei den meisten Mietern sehr unbeliebt, hatte der Tote Fitzke auch seine interessanten und liebenswerten Seiten. Er ging einem seltsamen Hobby nach - der Steinzucht. Und Rico wird auf Wunsch von Fitzke der Erbe der dazugehörigen Steinesammlung.

Doch als die beiden in der Wohnung des Toten nachschauen, ist die Sammlung nicht mehr vollständig: der Lieblingsstein fehlt. Und damit beginnt ein neues Abenteuer für Rico und Oscar, der nur allzu gern die Gelegenheit nutzt, um seinem Vater, der wiederum ernsthafte Probleme hat, eins auszuwischen.

Und so fahren die beiden an die Ostsee - um den Steinedieb zu finden und damit sich Oscars Vater einmal so richtig Sorgen machen kann. Dort begegnen sie lustigerweise einigen anderen Bewohnern der Dieffenbachstrasse, finden auf der Reise einen neuen Freund und am Ende klärt sich dann doch alles auf.

Wunderbar liest Andreas Steinhöfel diese Geschichte. Man merkt, wie sehr er seine Figuren liebt und wie er mit ihnen fiebert und leidet. Und gerade für Erwachsene hat das Buch auch seine Schmunzeleinheiten.

Für Kinder wie für Junggebliebene seien Rico und Oscar besonders ans Herz gelegt.

 Hier gehts zum Download
Andreas Steinhöfel: Rico, Oscar und der Diebstahlstein




Dienstag, 22. November 2011

Katja Schütz: Abnehmen mit Hypnose

Laufzeit 1 Stunde 1Minute, Hypnorecords

Hörprobe

Vor einiger Zeit habe ich mir das Hörbuch "Abnehmen mit Hynoyse" bei audible heruntergeladen. Bisher habe ich das Buch dreimal gehört aufgrund von Zeitmangel - und: ich habe noch nicht abgenommen.

Was sicherlich aufgrund der geringen Häufigkeit des Hörens auch kein Wunder ist. Denn bekanntlichermaßen funktioniert Hypnose nur durch wiederholtes Praktizieren. Von daher ist mein Fazit nicht wirklich aussagekräftig.

Aber ich kann etwas dazu sagen, ob mir das Hörbuch insgesamt gefallen hat. Und dies kann ich eindeutig mit "Ja" beantworten. Die Autorin liest selbst und dies auf eine sehr angenehme, beruhigende Art. Ich entspannte mich wirklich zusehends und allein dafür hat sich die Anschaffung des Hörbuchs gelohnt.

Ich war auch fasziniert davon, dass ich tatsächlich tief abgetaucht bin und erst wieder wach wurde, als mir die Stimme von Katja Schütz genau dies suggerierte.

Sicherlich werde ich bald in einem ruhigen Moment das Hörbuch wieder auf die Ohren geben, im abgedunkelten Raum, das Telefon ausgestöpselt, jegliche Störung vermeidend und wieder tief entspannen und wenn ich dies regelmäßig und öfter mache, dann nehme ich auch mit Sicherheit ab.

Man muss nur fest dran glauben.

Hier gehts zum Download für Katja Schütz: Abnehmen mit Hypnose.

Sonntag, 30. Oktober 2011

John Katzenbach: Der Patient

Argon Hörbuch, gelesen von Simon Jäger, 17 Stunden 14 Minuten (ungekürzt)

per Download bei Audible



Hörprobe

John Katzenbach ist bekannt für seine spannungsgeladenen Thriller. Auch das Buch "Der Patient" enttäuscht die Leser nicht. Allerdings haben es Thriller oft an sich, nicht bis ins Detail - vor allem bei den Motiven - logisch zu sein. So auch hier.

Allerdings gelingt es Katzenbach durch seinen - diesmal etwas unorthodoxen - Handlungsstrang dies auszugleichen. Hauptakteur ist der Psychiater Frederick Starks, der eines Tages in seiner Praxis einen mysteriösen Brief erhält. Ein gewisser "Rumpelstilzchen" fordert Starks zu einem perfiden Spiel heraus. Findet Starks innerhalb von 15 Tagen dessen Identität heraus, bleibt Starks und seine Familie am Leben. Wenn nicht, bringt Rumpelstilzchen Starks Familie um, es sei denn der Psychiater nimmt sich selbst das Leben.

Bald ist klar, daß der Brief etwas mit einer ehemaligen Patientin zu tun hat, die vor Jahren Selbstmord beging, als sie sich bei Starks in Behandlung befand. Rumpelstilzchen will sich rächen. Der Psychiater nimmt dies anfangs nicht so ernst, wie er sollte. Daraufhin bekommt er Besuch von einer gewissen Vergil, die mit Nachdruck Rumpelstilzchens Forderungen untermauert.

Da das Ganze aber schon so lange zurück liegt, tappt Starks im Dunkeln und versucht nun, sich anderweitig aus der Affaire zu ziehen. Welche Möglichkeiten hat er: Selbstmord, abwarten oder gar seinen Selbstmord vortäuschen?

Am Ende jedenfalls ist in diesem Katz-und-Maus-Spiel die Maus zur Katze geworden und hat viel von ihrem früheren Verfolger gelernt.

Ich höre am liebsten solche Thriller als Hörbuch, denn da bleibe ich gedanklich auch bei der Sache. Und zu Simon Jäger muss ich wohl kaum noch etwas sagen. Er kann es einfach!

Freitag, 30. September 2011

Sebastian Fitzek: Der Augenjäger (Hörbuch)

 
9 Stunden 57 Minuten Spieldauer, gelesen von Simon Jäger, 2011 
 
Bereits vor Wochen habe ich seltsame Post von einer Augenarztpraxis erhalten ohne Anschreiben, dafür mit einer Folie bestückt, die als Augentest mit großen und kleinen Buchstaben und Zahlen getarnt, sich als gelungener Werbegag zu Fitzeks neuesten Thriller entpuppte.

So schürt man Spannung und so war ich nur zu gern bereit, das Hörbuch vor Erscheinungstermin zu testen. Leider hab ich es nicht ganz geschafft, die Rezension pünktlich online zu stellen.

"Der Augenjäger" ist eine direkte Fortsetzung des Vorgängers "Der Augensammler", welchen man aus meiner Sicht in jedem Fall vorher gelesen haben sollte, denn sonst wird es dem Leser schwer fallen, der Story zu folgen.

Psychopath beim "Augenjäger" ist diesmal Dr. Suker, ein genialer Augenchirurg, der aber noch eine zweite Seite hat und Frauen die Augenlieder entfernt, ehe er sie brutal vergewaltigt. Er selbst nennt es "die Augen öffnen" - was es damit auf sich hat, sollte der künftige Leser schon selbst heraus finden.

Dr. Suker sitzt bereits in Untersuchungshaft, die Beweise gegen ihn reichen jedoch nicht aus. Und die einzige lebende Zeugin schweigt. Alle anderen Opfer haben sich direkt nach der Tat Selbstmord begangen. Die Polizei holt die blinde Alina Gregoriev, die bereits im Falle des Augensammlers als Medium fungierte, zur Hilfe. Sie soll Hinweise über den Täter liefern. Alina stimmt zu, gerät aber bald selbst in die Fänge des Psychopaten.

Derweil wird auf einer zweiten Ebene die Geschichte von Alexander Zorbach weiter erzählt, der immer noch auf Hinweise zum Verbleib seines Sohnes von Seiten des "Augensammlers"-  Frank Lahmann - wartet. Dieser spielt seine Spielchen mit Alexander und verlangt (fast) unmenschliches von diesem, um seinen Sohn zu retten.

Dass diese beiden Fälle miteinander verwoben sind und dass es eine überraschende Auflösung am Ende gibt, kann man ahnen, wenn man schon einige Fitzeks gelesen hat. Ungewöhnlich ist vor allem, dass der Vorgängerband in einem neuen Licht erscheint und eigentlich gleich nochmal gelesen werden muss.

Geübte Thriller-Kenner werden schon im Laufe des Buches Ansätze der Auflösung erkennen, dennoch schmälert dies nicht die Spannung, die Fitzek wieder einmal in Höchstform erzeugen kann.

Also ran ans Lesen oder besser noch ans Hören, denn Simon Jäger ist DIE Stimme von Sebastian Fitzek, ohne die ein solches Hörbuch gar nicht mehr vorstellbar wäre.

Und hier noch ein kleines Schmankerl - ein wirklich nettes "Interview" mit dieser genialen Stimme:


 

Samstag, 24. September 2011

Sven Regener: Meine Jahre mit Hamburg-Heiner

                         
Als Download bei audible


Hörprobe 



5 Stunden 21 Minuten Spieldauer, Roof Music, gelesen von ihm selbst, 2011, ISBN 978-3-9411-6859-6

Bisher habe ich alle Bücher von Sven Regener gern gelesen und kräftig über seinen Humor lachen können - allerdings immer in Buchform. Ich habe auch Teile von "Herrn Lehmann" von ihm selbst gelesen gehört und fand das super lustig.

Deshalb zögerte ich nicht lang und entschied mich, sein neuestes Buch als Audiobook zu genießen. Auch hatte ich bereits gute Kritiken vernommen. Nur leider erreichte mich das Buch nicht. Immer wieder bin ich abgeschweift mit meinen Gedanken beim Zuhören. Es fesselte mich nicht, wie Regener seine Blogeinträge vorliest und somit einige seiner Jahre als Bandmitglied von Element of Crime ebenso näher zu bringen versucht wie seinen Erfolg als Autor.

Vielleicht liegt es einfach nur an seiner auf Dauer dann doch eintönigen Lesart oder vielleicht an den Nichtigkeiten des Erzählten. Vielleicht habe ich auch nur die falschen Gelegenheiten genutzt, das Buch zu hören (Hausarbeit). Deshalb werde ich in jedem Fall nochmal einen Versuch unternehmen und es beim Joggen versuchen - mit ein wenig Abstand.

Im Moment denke ich aber, hier ist das Alltägliche dann doch zu alltäglich, um es auf Papier zu bannen.


Montag, 19. September 2011

Arno Strobel: Der Trakt



6 CDs, Gesamtlaufzeit 423 Minuten, Argon Verlag 2010, gelesen von Tanja Geke, ISBN 978-3-8398-1018-7 

Arno Strobel wurde mir als Autor von Lovelybooks nahe gebracht durch einer der wunderbaren Livestream-Lesungen, die ich nur jedem Literaturbegeisterten empfehlen kann.

Autor Strobel ist ein hervorragender Krimierzähler und dazu noch ein humorvoller, angenehmer Mann, der auf dem Boden geblieben ist, trotz seiner Erfolge.
Dieser Krimi ist wieder allerfeinste Hochspannung, allerdings ist die Story doch nicht wirklich vorstellbar. Aber Strobel versteht es, auch eine unwahrscheinliche Geschichte plausibel zu erzählen.

Sibylle Aurich wacht nach zwei Monaten in einem abgeschlossenen Krankenzimmer auf und weiß genau, wer sie ist und dass ihr Sohn entführt wurde. Umso merkwürdiger erscheint ihr der Arzt, der sie nach dem Erwachen aufsucht und sie flieht aus dem Krankenhaus.

Zuhause angekommen erkennt ihr Mann sie jedoch nicht und von ihrem gemeinsamen Sohn will er auch nichts wissen. Ein Alptraum für Sibylle. Auch alle anderen vertrauten Personen sehen in ihr nicht die Frau, für die sie sich hält. Im Gegenteil: Sibylle Aurich scheint eine andere gewesen zu sein, alle Fotos bezeugen das. Doch wer ist Sibylle dann und wie kann es sein, dass sie sich an so viele Einzelheiten erinnern kann, die aber nicht zum Leben der "echten" Sibylle zu passen scheinen.

Und niemandem kann sie mehr trauen. Wer ist Freund, wer Feind? Nur Rosi scheint ihr beizustehen, die sie halbnackt nach der Flucht aus dem Krankenhaus auf der Strasse aufgelesen hat. Oder doch nicht?

Eine rasante Suche nach der Wahrheit beginnt und Sibylle ist auf ihre Intuition angewiesen. Und am Ende gibt es eine erahnte Auflösung und ein Happy End.

Tanja Geke liest voll Spannung und Empathie und die unterschiedlichen Rollen so prägnant, dass der Hörer sich fast in einem Hörspiel glaubt.

Auch wenn die Auflösung kaum real vorstellbar ist, so kann ich das Hörbuch für ein paar Stunden der Hochspannung unbedingt empfehlen.

Hörprobe

Als Download auch bei audible