Montag, 16. Juli 2012

Hans Fallada: Kleiner Mann, was nun?

396 S., Aufbau Verl., 9,99 €, ISBN 978-3-746626765

Es ist schon länger her, dass ich meinen letzten Fallada in der Hand hatte. Umso mehr habe ich mich über die Neuauflage einiger Klassiker des deutschen Schriftstellers gefreut und "Kleiner Mann, was nun?" habe ich zum Welttag des Buches von einer Kollegin erhalten.

Es ist die Geschichte des kleinen Angestellten Pinneberg und seiner Frau Lämmchen, die einen "Murkel" als Nachwuchs erwarten. Bereits am Anfang der Geschichte sieht es nich rosig aus mit den Finanzen der werdenden Familie. Pinneberg arbeitet als Buchhalter in einem Saatbetrieb und bekommt dafür bereits wenig Geld, obwohl er eigentlich Verkäufer für Herrenkonfektion ist.

Lämmchen kann aufgrund ihres Zustandes nichts dazu verdienen und von den Eltern der beiden ist auch nichts zu erwarten. Sie suchen eine Wohnung, was sich gar nicht so einfach gestaltet und Lämmchen ist über die erste Wahl ihres Mannes auch nicht gerade begeistert. Deshalb schreibt sie einen Brief an dessen Mutter, die wiederum die beiden nach Berlin einlädt und behauptet, eine Stellung für den Jungen in der Konfektionsabteilung des Kaufhauses Mandel besorgt zu haben.

Daraus wird nach einiger Mühe und Kriecherei dann doch noch etwas, aber viel mehr als vorher verdient Pinneberg hier auch nicht. Und das Zimmer bei seiner Mutter ist teurer als die kleine Wohnung in Ducherow, wo die beiden vorher lebten.

Immer geht es ums Geld, Lämmchen und Pinneberg jonglieren, planen und kommen auch irgendwie zurecht. Dann kommt der Murkel zur Welt und Pinneberg erscheint ein paar Mal zu spät zur Arbeit, was ihn bald den Job kostet.

Danach geht es nur noch bergab und der Roman endet leider ohne Hoffnung: die Arbeitslosigkeit in der Weltwirtschaftskrise hat die Pinnebergs fest im Griff.

Fallada gelingt es, dem "kleinen Mann" eine Stimme zu geben. Sorgen und Nöte, die die kleine Familie beschäftigt, tragen wirklich einen ganzen Roman und man leidet mit ihr mit. Ich kann den Roman wirklich nur empfehlen. Die "Berliner Schnauze" liest sich trotz des Alter des Buches noch sehr aktuell.

Also: keine Angst vor Klassikern!


1 Kommentar:

  1. Hallo!
    Hier ein kleiner "Award" für deinen Blog, den ich sehr gerne lese:

    http://zauberberggast.blogspot.de/2012/07/liebster-blog-award.html

    LG Vicky aka Zauberberggast

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